Skandinavien 2017

   

Schon recht lange hatte ich darüber nachgedacht, mal mit dem Mopped durch Skandinavien zu touren. Jetzt ist es soweit, ich setzt dass nun einfach mal in die Tat um. Ich habe lediglich eine ganz grobe Routenführung „geplant“ – die Details will ich dann unterwegs festlegen bzw. präzisieren.

Der (erste) Tag war dann auch eher unspektulär – von Frankfurt nach Fehmarn. Da ich sehr ungern Autobahn fahre, bin ich nach dem obligatorischen Kaffee gegen 07:00 Uhr daheim gestartet. Um mein Tagesziel doch irgendwie bei Tageslicht zu erreichen, musste doch der eine oder andere Autobahnkilometer herhalten – gegen 19:00 war ich endlich, nach ca. 700 km am Zeltplatz, nicht weit vom Fährhafen Puttgarden. Mopped abrödeln, Zeltaufbauen, Kaffeekochen – die alte Routine, ein bissel vermisst, schön.

   

Tag 1 - die Sonne lacht – Kaffeekochen, Zelt abbauen, Mopped aufrödeln und fix rüber zum Hafen, Ticket besorgt und 10 Minuten später bin ich auf der Fähre nach Rödby. Die Fahrt zur zweiten Fähre nach Helsingör war eintönig und hat sich gezogen wie Gummi – egal, ich will nach Schweden. Auch hier ging es fix, kaum im Hafen angekommen, war ich auf der Fähre nach Helsingborg, die Überfahrt dauerte auch nur wenige Minuten. Es war doch schon recht spät am Tag und da ich noch Strecke machen wollte, rauf auf die E4 Richtung Stockholm. Irgendwann am frühen Abend hab ich mir einen netten Zeltplatz gesucht (Camping Vattersmalen)… Mopped abrödeln, Zelt aufbauen, Kaffee kochen,  was essen und den Abend genießen.

        

Tag 2 – strahlend blauer Himmel … Kaffee kochen etc.

Ich fahr Richtung Norden mit dem Zwischenziel Stockholm und muss dann auch malwieder tanken, nur die Tanksäulen wollen meine Karte nicht. Ich roll das Mopped von Säule zu Säule und – an der tatsächlich letzten klappts dann auch mit dem Sprit. Irgendwo ist dann auch irgendeine Brücke gesperrt und ich versuch mich mit der Umleitung. Diese Entscheidung stellt sich später als total blöd heraus, denn ich vergurke mich dermaßen, dass ich Stockholm vergessen kann und zu allem Übel beginnt es zu regnen. Ich schlüpf mal in die Regenklamoten, noch ist mir nicht bewußt, wie oft ich das in der nahen Zukunft noch machen werden. Bei strömendem Regen komm ich an Falun vorbei – ok, ich stamme aus dem Harz – ist das hier, wo die Langlaufskier hergestellt werden? Ich könnte das ja mal googlen, aber dem Sauwetter – nö, weiterfahren, muss ja mal Schluss sein mit dem Regen ?

Ich fahr weiter und komme nördlich von Stockholm wieder in den Bereich der Ostsee. Gute 3 Stunden Dauerregen legen sich aufs Gemüt und als Raucher fehlen allmählich die Suchtpausen – ein Zeltplatz wär jetzt echt ne tolle Sache. Die E4 zieht sich und irgendwo das ersehnte Schildchen am Straßenrand. Schnell den Abflug gemacht und ab nach Ljusne, wo ich dann auch fix den Campingplatz Ljusnefors Camping finde – super, man spricht deutsch und mag wohl Moppedfahrer, jedenfalls bekomm ich ne Hytte zum Preis eines Zeltplatzes und nen großen Kaffee zum Aufwärmen.

Ich verzichte dann auch aufs Kaffeekocken, raus aus den Klammotten und wieder runter zur Kneipe – lecker was essen und ein Bier zur Belohnung für den verregneten Tag.

      

Tag 3 – kaum zu glauben, wieder strahlend blauer Himmel. Bevor ich Richtung Norden starte, gibt es noch Kaffee und ein leckeres Brötchen, dann geht es auf der E4 Richtung Sundsvall. Bei Mörtsal biege ich dann mal ab auf die „90“ weg von der Ostseeküste ins Landesinnere. Schönes, ruhiges fahren auf ziemlich leeren Straßen. In irgendeinem kleinen Städtchen gibt es am Nachmittag eine Zimtschnecke + Kaffee. Ich erkundige mich schonmal (mit Händen und Füßen) nach Zeltplätzen – ich sollte es mal bei Meselefors probieren . Den Zeltplatz erreiche ich am späten Nachmittag und gönne mir wieder eine Hytte. Der Campingplatz liegt idyllisch am „Ängermanvälven“ und wird von einem Holländer betrieben, also gibt es auch keine Sprachprobleme, denn man spricht deutsch. Ich erkunde ein Weilchen zu Fuß die nähere Umgebung und mach mir dann was zu futtern. Nach dem Essen genieß ich noch die Ruhe und leg mich dann mal aufs Ohr.

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Tag 4 – Kaffee kochen, ne Kleinigkeit essen – es ist kalt. Weiter geht’s auf dem „Europaväg45“. In Storuman wieder eine Zimtschnecke + Kaffee, Mittagessen wird eh völlig überbewertet.

Ich biege ab auf den „Bla Vägen“ und bin dort einsam unterwegs, kaum eine Menschenseele, dafür aber das eine oder andere Rentier. Es geht an zig Seen vorbei und es wird reichlich windig, was gleichbedeutet, es wird kälter. Am Nachmittag beginnt es dann zu regnen, also wieder in die Regenklamotten, die ja auch noch ein bissel gegen die Kälte gut sind. Seit mindestens 20 Minuten fahr ich auf einer abgefrästen Straße, bei Wind und Kälte echt unangenehm. Als der Regen dann auch noch kurz in Schnee übergeht, fang ich mal an, nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu suchen.

Bei Trärnaby finde ich den Campingplatz und nehm für eine Nacht ein kostengünstige Hytte. Der Tag klingt aus bei Nebel, Sprühregen und Kaffee.

      

Tag 5 – kalter Nebel. Egal, ich mach mich auf zur norwegischen Grenze. In den Bergen ist es unangenehm, aber kurz vor Mo i Rana kommt die Sonne ab und an mal raus. Ich will zum Polarkreis und finde dann noch gegen Mittag in Mo i Rana den Imbiss „Bimbo Veikro“ – Kaffe und ein Lachsbrötchen und weiter Richtung „Saltfjell“. Am frühen Nachmittag komm ich am Polarkreis an, es gab hier kurz vorher Neuschnee, darum halt ich mich da nicht übermäßig lange auf. Da dies von vornherein der nördlichste Punkt meiner Reise sein sollte, geht es nun wieder zurück nach

Mo i Rana. Am Imbiss noch was essen, denn die Location „Polarkreis“ erschien mir doch übertrieben teuer. Es geht wieder Richtung Süden, ich habe noch keinen festen Plan und fahr einfach mal los, die „E6“. Am frühen Abend schreit mein Tank nach Füllung – beim Tankstop frag ich mal nach einem Campingplatz in die Runde, es gibt da wohl so einige auf den nächsten Kilometern. Nach einer Weile frag ich mich dann ernsthaft, wo die wohl sind ?  Irgendwo zwischen Mosjöen und Trofors find ich was, ich hätte gern eine Hytte – kein Problem. Der Opa, der da grad aus der Scheune kommt begrüßt mich mit ner erhobenen, rechten Hand – hm, ich lächle mild und denk mir meinen Teil. Am Abend diskutieren wir (deutsch + Hände und Füße) am Lagerfeuer über den reichlich unrühmlichen Teil deutscher Geschichte. Ob er am Ende verstanden hat, dass ich seinen „Gruß“ bei meiner Ankunft als sehr unangebracht gehalten habe, lass ich einfach mal im Raume stehen - Geschichtsempfinden hat halt so seine eigenen Facetten.

        

Tag 6 – ein paar Wolken, aber die Sonne will. Opa kommt mit großen Pott Kaffee vorbei. Er zeigt schmunzelt auf die DDR-Flagge an der Tasse, naja, lassen wir das – ich fahre weiter Richtung Süden.

Beim Auffahren auf die Hautstraße treffe ich drei Finnen wieder, in den letzten beiden Tagen treffen wir uns öfter mal im Vorbeifahren. Ich schließ mich einfach mal an und fahr hinterher, schön langsam und ruhig, Landschaft genießen. Bei Trofors wird dem Führenden dann von einem Kleinwagen die Vorfahrt genommen und er fährt nahezu ungebremst in den Punto. Gemeinsam haben wir noch versucht …. R.I.P.

Da war der Tag für mich durch, man fragt sich dann doch, was wäre, wenn … und warum.

Ich fahre mit reichlich viel Pausen und versuch mich aufs Fahren zu konzentrieren. Trondheim wollte ich mir am Nachmittag noch anschauen, aber als ich fast da bin, hab ich keine richtige Lust mehr. Weiter geht’s auf der „E6“. Am frühen Abend halte ich Ausschau nach einem Zeltplatz. Bei Oppdal finde ich was, hier ist auch schon wieder viel mehr los, als im Norden. Eine Ecke für mein Mopped und das Zelt ist aber fix gefunden. Mit mir zusammen, trifft auch noch ein Reisender aus Philadelvia ein. Wir reden noch ne ganze Weile über die Mongolei und und und … auf alle Fälle mehr als interessant, aber ob ich den Mumm dazu hätte ?

        

Tag 7 – Sonnenschein, aber es ist frisch. Mein neuer Bekannter (Name hab ich leider vergessen) hat doch tatsächlich schon Kaffee gekocht und wartet, dass ich aus meinem Zelt krabbele. Ich spendiere noch was von meinem Dauerkuchen, dann trennen sich unsere Wege auch schonwieder, schade eigentlich, war ein recht interessanter Typ. Ich fahr die E70 Richtung Westen und genieß beim gemütlichen Dahinfahren die grandiose Natur. In Sunndalsöra biege ich auf die 62 ab, mit dem Ziel Molde. Es geht ein Stück am Tingvollfjord entlang, von dort rüber zum Langfjord und das alles bei strahlend blauem Himmel - gigantisch. Ich schau mir kurz Molde an und fahr dann weiter die 64 mit dem Ziel „Atlanterhavsveien“ … Atlantikstraße. Da hat man was tolles ins Wasser gebaut, die Brücke, mit einer heiligen Steigung hat was, muss man mal gesehen haben. Über Kristiansund geht es wieder zurück – mehr oder weniger. Die Brücken haben ihren eigenen, ganz besonderen Reiz – bei ca. 1,0 m/s Seitenwind habe ich mehr als einmal einen gewissen „Huch“effekt, Seitenlage bei Geradeausfahrt. Ich bin wieder auf der E70 und entscheide mich, dass es Zeit für Kaffee ist. Also mal runter auf eine Seitenstraße, Benzinkocher raus, Kaffee kochen. Ich komme mit einem älteren Herrn ins Gespräch, dass Übliche Woher und Wohin. Er hat wohl ganz in der Nähe einen Hof, die Wiese ist grad gemäht und er meint, da könne ich gern mein Zelt aufschlagen. Dann ist er auch schonwieder weg, ich schlürf den Kaffee zu Ende und tucker in die angesagte Richtung.

Klasse, eine Wiese am Gebirgsflüsschen, Wasserfall hinterm Haus und viel Platz für Mopped, Zelt, und Seele baumeln lassen, im Flüsschen fängt sich ein Fischotter sein Abendbrot und interessiert sich absolut „0“ für mich. Ich bekomm von meinen Wirtsleuten auch noch was leckeres zu essen – was das genau war, weiß ich nicht. Zum Dank teile ich mir mit Jörg (oder so ähnlich) meine letzten beiden Bierbüchsen. Beim Plaudern mit der Büchse in der Hand, stell ich fest, Kette könnte mal ein wenig Pflege vertragen. Kein Problem, fix in die Scheune gefahren, gemeinsame Kettenpflege. Nun neigt sich der Tag doch dem Ende, ab ins Zelt, ab in den Schlafsack – der Wasserfall nervt nun doch, aber irgendwie schlaf ich dann ein.

    

Tag 8 – Ich fahr zurück nach Oppdal. Heute steh die Stabkirche in Ringebu auf dem Programm, ein bisschen Kultur sollte ja auch nicht fehlen. Als ich ankomme finde ich einen leeren Schotterparkplatz vor – also erstmal Kaffeekochen. Jetzt fallen die Touris ein, zig Reisebusse und schon wird es irgendwie ungemütlich. Dem einen oder anderen diene ich noch als gemeinsames Urlaubsfoto, muss man nicht unbedingt haben. Ich schau mir mal die Kirche an und bin wieder weg. Es geht auf der „

E6 ein Stück zurück nach Otta und von da aus auf der 15 wieder Richtung Westen. Ziel sollte Maloy sein, aber es ist schon recht spät, also Augen auf und nach Übernachtungsmöglichkeit Ausschau halten. Ich fahr, dank meinem „verwirrtem“ Navi noch ein bisschen Schotter und halt dann einfach mal bei einem Bauernhof an. Zelt aufbauen ? Kein Problem … wherever you want.

      

Tag 9 – wieder tolles Wetter. Es geht weiter Richtung Westen, am „Breiddalsventnet“ koche ich mir meinen Vormittagskaffe und überlege mir die nächsten Kilometer. Geiranger ? Aber klar, ein Muss. Also biege ich auf die 63 ab. Da steht ein Schild „Trollstigen“ – hm, da war doch was ? Weiter geht’s und als ich am „Djupvatnet“ vorbei bin, empfängt mich dichter Nebel. Die Trollstigen, bergab, bei Nebel mit Sichtweiten, jenseits von Gut und Böse, muss man nicht, kann man aber. Unten in Geiranger bin ich echt ko, die „Adlerstraße“ streich ich mal und entschließ mich zu einer Fährfahrt durch den Geirangerfjord nach Hellexylt. Die Entscheidung war genial, die mächtigen Felswände machen einem unbewusst klar, wie klein wir doch sind – die Wasserfälle, wie aus den Wolken sind der Hammer. Von Hellesylt auf der 60 weiter, ich will ja nach Maloy. Ich erreiche die 15, es geht vorbei am „ Hornindalsvatnet“ und von dort zum „Nordfjord“ und weiter bis zum Ziel, was ich am frühen Abend erreiche. Zelt oder Hytte ? Letztere ist fix gefunden, mit direktem Blick auf den Fjord, super, da schmecken Kaffee und Abendsüppchen doppelt gut. Am Ende falle ich zufrieden und todmüde in mein Bett.

            

Tag 10 – das Wetter ist noch in der Entscheidungsfindung, der Campingplatzbetreiber erzählt mir von Unwettern der letzten Nacht und zeigt dabei in die Richtung, in die ich fahren wollte. Stryn ist von der Außenwelt abgeschnitten – hm, da in der Ecke bin ich gestern vorbeigekommen. Ich mach mich los, in Nordfjordeid tanken und ein Lachsbrötchen, dann rüber zur Fähre nach Lote. Der Plan war, der E39 folgend am Nachmittag Bergen zu erreichen. Hinter Sandane hat mich dann der Regen eingeholt, es wurde am Ende so schlimm, dass Teile der Straße weg waren –also wenden und zurück. Ab Sandane  nehme ich dann im strömenden Regen die „615“ am „Nordfjord“ entlang, schmal und teilweise gut kurvig. In den Bergen wird es dann kälter, aber es hört auf zu regnen. Die Landschaft ist überwältigend. Bei Storebru komme ich auf die „E5“ und erreiche über Forde und Vadheim den Sognefjord und Larvik, wo ich die Fähre rüber nach Ytre Oppedal nehme. So allmählich könnte mal ein Zeltplatz auftauchen – aber nix. Endlich, bei Vikanest ein Campingplatz, aber kein Platz für mein Zelt. Der Betreiber hat aber ein Einsehen und ich darf für kleines Geld in einem Wohnwagen übernachten – toll – danke.

        

Tag 11 – die Wolken sind noch da, aber es ist trocken, auf geht’s nach Bergen. Ich nehm noch die „Nordhordlandsbrua“ mit, frühstücke an einer Tanke und die Sonne kommt langsam durch, es wird wärmer. Bei strahlendem Sonnenschein erreiche ich Bergen, ein bissel umschauen, Fischmarkt, Tyske Brueggen. Es geht weiter auf der „E16“ Richtung  Voss und von dort auf der „13“ Richtung „Hardangerfjord“. Der Tunnel vor der Hardangerbrücke ist schon sehenswert – ein blaubeleuchteter Kreisverkehr, dann noch ein paar Meter und man fährt aus dem Berg direkt auf die Brücke … wow. Ich folge der „13“ weiter bis Skare und wechsele auf die „E134“, biege dann auf die „48“ ab und komme endlich in Skanevik an. Hier darf es dann doch mal das Fjordhotel sein, die einzige Hotelübernachtung. Ich treffe am Abend noch zwei andere Moppedfahren, wir klönen beim Bierchen noch ne Weile, dann ab ins Hotelbettchen.

      

Tag 12 – das Wetter weiß wieder mal nicht so richtig, was es machen soll, also zieh ich beim Losfahren gleich die Regenklammotten an. Ich umrunde die Halbinsel und stoße bei Etne wieder auf die „E134“. Im Grunde fahr ich jetzt wieder zurück, allein schon wegen der Wasserfälle, die ich mir gestern nicht anschauen wollte / konnte. Also mach ich jeweils am „Langfossen“ und „Latefossen“ einen kurzen Halt. Weiter geht’s auf der „13“, bis ich am frühen Nachmittag „Ringöy Camping“ erreiche, es nieselt seit ca. 2 Stunden leicht vor sich hin, ich nehme ne Hytte direkt am Fjord und leg mal die Beine hoch. Morgen will ich über die Hardangervidda , hoffentlich bei besserem Wetter.

        

Tag 13 – es ist trocken, aber die Hoffnung auf Sonne ist eher gering. Kaffee kochen, mit den finnischen Hyttennachbarn noch ne Weile „plaudern“ – es fängt wieder an zu nieseln. Los geht’s in Regenklamotten, an der Hardangerbrücke wechsle ich auf die „7“ und fahre am Fjord entlang nach Eidfjord. Dort tanke ich und gönne mir noch ein Lachsbrötchen. Ich folge der Straße und komme kurz vor dem „Vöringfossen“ durch zwei tolle, unbeleuchtet Tunnels, der Straßenverlauf ähnelt einer Karusselfahrt. Auch den Schafen passt wohl das Wetter nicht in den Plan, sie liegen im Tunnel völlig entspannt am Rand, da fährt man dann doch recht vorsichtig, es ist auch reichlich dunkel. Oben angekommen, schau ich mir noch fix den „Vöringfossen“ an und nehme dann die Hardangervidda unter die Räder. Der Regen nimmt zu, der Wind ist nervig, ich fahre maximal mit dem 2. Gang, sicher ist sicher. So brauch ich etwas mehr als 3 Stunden, bis ich in Geilo ankomme und gleich noch tanke. Die gute Fee an der Tanke meinte noch, auf mein radebrechendes „Shitwetter“ … it’s no foggy – it’s normaly … sie muss es ja wissen. Auf der „40“ geht es grob in die Richtung Kongsberg, am späten Nachmittag beginne ich mit der Zeltplatzsuche, was allerdings bei dem Wetter nicht so richtig von Erfolg gekrönt ist. Im Gegensatz zum Norden ist es hier auch wesentlich dichter besiedelt, sodass ich den Gedanken in Punkto Wildcampen mal verwerfe, weitersuchen. Irgendwo tanke ich noch, rutsche blöd aus und falle mit der ganzen Fuhre um, Mopped liegt mir auf dem Bein und ich bekomm die Kiste nicht von mir runter, weit und breit keine Menschenseele (am frühen Abend) – an der Tanke, unterm Mopped übernachten ? Nach ner Weile kommt dann doch noch jemand vorbei und hilft mit aus der misslichen Lage – irgendwie lustig bis peinlich. Inzwischen bin ich auf der „40“, es wird langsam dunkel, ein Quartier muss her. Bei Vradal finde ich „Nedre Strand Hytteutleie“, aber Zelt ist nicht, es schüttet und ich bin ko. Mit Händen und Füßen erfahre ich, dass alle Hytten belegt sind – Menno. Ich sehe wohl reichlich depri aus und bekomme das Bootshaus, etwas überteuert, aber egal, ich hab Hunger und bin müde. Ein wenig genieße ich beim Kaffee dann noch den Blick auf den „Bussvikfjorden“ und die umliegenden Berge. Die E-Heizung sorgt über Nacht für trockene Klamotten.

        

Tag 14 – beim Kaffee macht sich dann doch ein bissel Melancholie breit, heute Abend geht meine Fähre von Kristiansand nach Hirtshalts, wie die Zeit vergeht. Auf der „41“ geht es nach Kristiansand, ich fahr langsam und genieße die Sonne, nach dem gestrigen Tag ein schönes Gefühl, wenn man Pause macht. Irgendwo koch ich mir noch nen Kaffee, der letzte, dann es ist nichts mehr in der Büchse drin – egal. Am frühen Nachmittag komme ich im Hafen an und orientiere mich kurz, bis 19:30 ist noch jede Menge Zeit, also tanken und ein bisschen „Stadtgucken“. Mist, dass Ende ist in Sicht, ich könnte grad wieder die Strecke zurück. Die Fähre ist pünktlich, gegen 20:00 Uhr verlässt die Expressfähre den Hafen und kommt kurz vor Mitternacht in Hirtshalts an.

    

Tag 14 geht nahtlos in den Tag 15 über – beim Verlassen der Fähre regnet es. Regenklammotten an und rauf auf die Autobahn, wo es natürlich grad keine Zeltplätze gibt. Ich bin zwar hundemüde, fahr aber weiter, nur raus aus dem Regen. Kurz hinter Aalborg geht’s dann echt nicht mehr weiter, der Regen hat Gott sei Dank aufgehört und ich hol mir ne Mütze voll Schlaf auf einem Autobahnparkplatz, man muss halt flexibel sein. Lange wärt es Glück aber nicht und der einsetzende Regen weck mich wieder, weiterfahren. Ich will nach Thorsminde, wo ich mich im Laufe des Nachmittages mit meinen Mädels (Lony und Michelle) treffen werde – noch ein paar Tage Ferienhaus an der Nordsee. Die Schlüsselübergabe in Söndervig stellt sich schwierig dar, da ich schon gegen 09:00 Uhr da bin, viel zu früh – und ich bin hundemüde. Wo kommt diese Wortschöpfung eigentlich her ?

Gegen 15:00 Uhr hab ich es dann geschafft, Ferienhaus gefunden, Mopped abrödeln, Kaffee – Mist, der war ja alle. Kein Problem, ich such mir das beste Bettchen aus, schlafen, bis die anderen kommen.

      

Wir hatten dann noch ein paar schöne Tage gemeinsam an der Nordsee, der gelegentliche Regen hat mich absolut nicht gestört.

Am Ende ging es dann, mit Zwischenstopp in Benneckenstein / H wieder zurück nach Frankfurt … die Arbeit ruft ?

Nö – Skandinavien ruft, ich fahr da wieder hin ! Im Norden - das freundlich „Hey“ gepaart mit einem netten Lächeln … das klingt nach und macht Lust auf Mehr … sy