Korsika 2018


 

  

Nachdem ich 2017 in Skandinavien doch zeitweise ein bissel gefroren habe, ging es jetzt Richtung Süden.
Pünktlich, nach dem obligatorischen Kaffee, bin ich am 27.06. gestartet. Durch den Odenwald, ein Stück den Neckar entlang Richtung Schwarzwald – trotz einer dusseligen Umleitung war ich gegen 18:00 Uhr am Schluchsee. Zelt aufbauen und nen Happen essen … dann noch ein leckeres Tannzäpfle-Pils und ab in den Schlafsack.  Am nächsten Morgen gings weiter Richtung Süden – aber vorher … Kaffee und Mopped aufrödeln (diese morgend- und abendliche Routine hab ich schon ein bissel vermisst). Vorbei an Zürich, über den Grimselpass, Simplon zum Lago d’Orta. Hier hab ich mich dann mit meinen Mädels Lony und Michelle getroffen, um am nächsten Tag Richtung Fähre nach Bastia auf Korsika zu starten – gemeinsam am späten Nachmittag in Savona angekommen, ging es mit der Nachtfähre zur Insel … ein paar Tage Strandurlaub.
 
                    
 
Am 07.07. haben sich dann unsere Wege wieder getrennt – die Mädels Richtung  Heimat – ich noch ein paar Tage mit dem Mopped auf der Insel.Heute gings dann auch an der Ostküste Richtung Norden … Cap Corse.

Natürlich fährt man nicht dieselbe Strecke zurück, sondern wählt den Weg an der Westküste entlang. Die Straße, schön in die Steilküste gehämmert, hatte hin und wieder so den einen oder anderen „Huch“ Effekt. Schließlich hat es dann doch bis Saint Florent gereicht, ein nettes, kleines Küstenstädtchen. Ein Kaffee sollte es vor der Zeltplatzsuche noch sein – toll, ein Straßenkaffee mit einer Sprühnebelanlage (Klimaanlage für draußen) hat so seine Vorteile bei der allgegenwärtigen Hitze. Ein Zeltplatz nahe dem Sandstrand hat den Tag dann noch versöhnlich abgerundet.

      

Der folgende Tag führte mich dann doch nochmal rüber nach Bastia, ganz nostalgisch nen Kaffee am Strand trinken – gestern waren die Mädels noch dabei. Jetzt geht es Richtung Süden, bei Casa Nostra auf der T40 ins Landesinnere nach Porte Leccia. Gut ausgebaute Straße, nicht sehr anspruchsvoll, was bei der Hitze aber ganz angenehm ist. Bei Mairie de Cort bin ich auf die T50 abgebogen, in dem Fluß, an dem sich die Straße gen Osten entlangschlängelt soll man toll baden können – hat sich erledigt, die Trockenheit wirkt sich suboptimal auf den Wasserstand aus. In Caterragio gibt es den notwendigen Kaffee und eine Empfehlung für einen netten Campingplatz. Camping Calamar habe ich dann auch recht fix erreicht, Mopped abrödeln, Zelt aufbauen. Der Hunger macht sich jetzt auch bemerkbar, es ist alles knochentrocken, darf man da den Benzinkocher benutzen? Das Mädel vom Zeltplatz zeigt mit dem Daumen nach oben – ok, ich soll mal ne Flasche Wasser bereithalten – zum Waldbrand löschen?? Alles gut gegangen, nur die Zikaden sind echt nervig, was für ein Lärm.

      

Irgendwie hab ich trotz „Naturlärm“ und exorbitanter Wärme doch recht gut geschlafen - heute Bonifacio ? Muss sein, also die T10 bis Porto Vecchio – gefühlt tausende Touris haben denselben Gedanken. Ich biege dann ab auf die D859 – gute Entscheidung. Ich nehme dann die T40 und komme irgendwann in Bonifacio an. Hier ist einfach zuviel los, ich tu mir bei der Hitze die Festung nicht an, ein Blick von unten und Foto muss reichen Raus hier Richtung Norden, der Küste folgen – ist aber auch nicht kühler. Ich stelle fest, dass ich öfter Trinkpausen machen muss. Gestern hatte mir noch jemand einen Campingplatz (mit Pool) empfohlen, denn will ich noch erreichen. Beim Tanken zeigt das Thermometer an der Tanke 47°, könnte sogar stimmen. In Propriano ist es dann passiert – unkonzentriert, nach rechts eingelenkt – was sollte man nicht tun? Vorn bremsen! Was soll ich sagen – Schrecksekunde und zack habe ich gelegen. Ca. 300 kg wieder auf die Räder stellen, war auch nicht sooo lustig, ein paar Kratzer (am Ego), ein aus der Halterung geflutschter Blinker, verbogener Bremshebel. Jetzt nur noch zum Zeltplatz. Von der T40 auf die D157 abbiegen – der Schalter der Heizgriffe hat den Sturz auch nicht schadlos überstanden, jetzt heizen die Dinger zu allem Überfluss auch noch. Camping Ras I‘ Bol – endlich. Mopped abrödeln, Zelt aufbauen, Kaffee kochen. Auf dem Weg zum Campingplatzpool merk ich, dass mein rechter Knöchel reichlich wehtut – also doch nicht nur das angekratzte Ego. Egal, der Pool ist ok und der Strand ist auch humpelnd zu erreichen – morgen mach ich mal … nix und leg mich ans Mittelmeer.

         

Ein neuer Morgen und ein dicker Knöchel, ich reparier den Blinker und bring den Bremshebel wieder in die richtige Lage … und feiere ein bissel meinen heutigen (56.) Geburtstag.

   

Der 11.07. – ich wollte eigentlich ins Inselinnere, komme aber grad so mit Ach und Krach in den Moppedstiefel. Da disponiere ich einfach mal um und fahr so grob in die Richtung Ajaccio – möglichst wenig den rechten Fuß bewegen … wer später bremst, ist länger schnell. Ich gurke noch bis zum späten Nachmittag rum, und schlage dann mein Zelt beim Camping La Vallee auf.

         

Am nächsten Morgen, Knöchel tut immer noch sauweh, schwing ich mich doch aufs Mopped und fahr ein Stückchen in die Berge – kühler ist es hier aber auch nicht. Kaffee, ein leckerer Salat de la Corse und wieder zurück zum Zeltplatz und zum Strand.

      

Freitag der 13. – heut Abend geht meine Fähre von Ajaccio nach Toulon. Ich lass mir Zeit beim Kaffee und dem Mopped aufrödeln und tuckere gemütlich los. Eigentlich wollte ich mir noch die Geburtsstadt Napolenos anschauen, was allerdings viele vorhaben, kaum mal ein Parkplätzchen fürs Mopped und es ist … warm. Ich mach mich gegen Mittag auf zum Hafen, aber da wollen die mich noch nicht haben. Der Parkplatz bietet keinen Schatten, außer eine mickrige Palme – also schieb ich die Fazer alle paar Minuten ein Stück weiter versuch auch ein bissel aus der Sonne zu kommen. Endlich ist es soweit, ich darf auf die Nachtfähre.

      

Am nächsten Morgen, kurz vor 07:00 Uhr geht’s in Toulon wieder von Bord und mein Navi zeigt mir netterweise die ganzen kleinen Gässchen … großartig. Ich hatte vor über die französischen Alpen die letzte Etappe des Rückweges in Angriff zu nehmen aber mein Fuß macht immer noch Probleme. Nach kurzem Überlegen nehme ich das Kreuzchen „Autobahn vermeiden“ aus dem Navi und mach mich in die Spur … Toulon … Frankfurt. Was soll ich sagen, ca. 1.300 Autobahnkilometer braucht kein Mensch, schon gar nicht in Frankreich. Aber ich bin zugegebenermaßen reichlich KO, fahr bei der Hitze immer nur ne knappe Stunde, dann ne knappe Stunde Pause. Nach einer Nacht im Freien irgendwo bei Belfort komme ich am 15.07. gegen Mittag etwas angeschlagen, aber trotzdem rundum zufrieden wieder daheim an.

   

Mein Fazit – es war einfach zu warm … aber schön

2019 geht’s definitiv wieder nach Skandinavien …

 

Euer Micha